Die Geschichte der Familie und des Betriebs

Die Geschichte der Familie lässt sich bis 1772 zurückführen.
Im Jahre 1772 wurde János Petrits geboren, der Seiler von Beruf war. Sein Sohn, József Petrits fing an, Honigkuchen anzufertigen. Ihm folgte in der Mitte des 19. Jahrhunderts Gottfried, der das Handwerk weiter trieb und der den Petrits-Lebkuchen zum ersten Mal experimentell herausbekam. Gottfried Petrits hatte sieben Kinder. Zwei von ihnen, József und István führten das Handwerk weiter. Ihre Namen wurden auch in dem Almanach der Ungarischen Industrie (1929) erwähnt. Darin konnte man über sie lesen, dass sie das Gewerbe bei ihrem Vater, Gottfried erlernt hatten. József bereicherte seine Kenntnisse auch im Ausland, so war er in der Schweiz, später in Pressburg, aber er lernte auch in Budapest. Er war schon Lebküchler, Wachskerzengießer und Bonbonhersteller. Sein Bruder István betrieb dieselben Gewerbe.

Das Handwerk wurde von den Nachkommen von József weitergeführt. Er hatte vier Söhne, József, Károly, Ferenc und István. József war früh gestorben, aber die anderen drei Geschwister hatten die Gewerbe erlernt. Nach dem Auslernen des Lebküchlerberufes arbeitete und lernte Károly in der Hauer und der Vörösmarty Konditorei in Budapest. Die Hauer Konditorei war in dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts eine der berühmtesten Konditoreien Ungarns. Von Budapest heimgekehrt gründete Károly eine Konditorei, die ursprünglich auf dem Platz des jetzigen Mihály Babits Kulturhauses stand. An seine Eissorten erinnern sich die Stadtbewohner auch noch heute anerkennend.

Nach dem Auslernen des Lebküchlerberufes kam auch Ferenc nach Budapest, legte aber den Wert auf die Bonbonherstellung. Seine Bonbons waren landesweit bekannt und beliebt. Er gründete einen Bonbonbetrieb in Szekszárd, der 1953 verstaatlicht wurde.

Der jüngste Sohn István wurde Lebküchler- und Konditormeister. Er eröffnete eine Konditorei, die 1953 desgleichen entprivatisiert wurde. Danach arbeitete er bis 1992 als Lebküchler, Kunstwaben- und Bonbonhersteller sowie als Kerzengießer. Um seine Kunstwaben zu kaufen, kamen Imker aus allen Ecken und Enden des Landes. Seine Presse, mit deren Hilfe er das geschmolzene Wachs zu Kunstwabe umformte, ist heute in dem Kunstgewerbemuseum in Budapest zu sehen.

Sein Sohn József trieb und treibt das Handwerk als Lebensmittelindustrie-Techniker in der Werkstatt in der Munkácsystraße in Szekszárd weiter. Sein älterer Sohn Szilveszter wurde nach den Gymnasialjahren Konditorlehrling, später Diplomingenieur in der Lebensmitteltechnologie. Er übernimmt das Handwerk, so vetritt er schon die sechste Generation in dem Familiengewerbe.